Saisonrückblick 2025: Pascal Nay
Saisonrückblick Pascal Nay:
Nach einer guten Saisonvorbereitung und einem ersten Trainingslager anfangs Februar an der CostaBlanca, ging es für mich im April ein zweites Mal nach Spanien, genauer nach Igualada. Hier startete ich am Volcat Etappenrennen. Die eher kurzen Etappen sind sicher nicht meine Stärke, doch für den Einstieg ins Renngeschehen, bestens geeignet.
Die erste Etappe verlief dann aber nicht so nach Wunsch, auf den vielen engen Trails, war ein überholen oftmals kaum möglich und so fuhr ich plus minus auf derselben Position und beendete den ersten Tag auf Rang 20 bei der Elite.
Der zweite Tag verlief dann eher nach meinem Gusto. Mit etwas über 60km und einer erwarteten Rennzeit von ca. 3h Stunden, konnte ich den 7ten Rang rausfahren und so im GC einen Sprung nach vorne machen. Der letzte Tag glich dann wieder dem ersten und auf der kurzen Strecke kam ich nach nur 1:22h Rennzeit auf dem 12 Rang ins Ziel. Die reichte zu einem 13. Rang im Schlussklassement. Anschliessend an die Renntage in Igualada verbrachte ich noch eine Trainingswoche in Girona, bevor es wieder zurück in die Schweiz ging.
Der nächste Einsatz war dann schon der erste Worldcup in Capoliveri auf Elba. Die Strecke kannte ich teilweise schon, von der WM 2021 und freute mich riesig auf diesen Event. Leider passte an diesem Tag aber nicht viel zusammen und ich fuhr das Rennen unter meinem Niveau und meinen Erwartungen.
Auch die darauffolgenden Rennen, Jura Bike Marathon, die Europameisterschaft und Raid Evolenard verliefen eher durchzogen, immer wieder hielten mich starke Krämpfe zurück. Ein Problem, mit dem ich leider viel zu oft zu kämpfen habe und mit allen möglichen Mitteln zu bekämpfen versuche.
Mein ganzer Fokus lag nun also auf der Schweizermeisterschaft in Chateau d’Oex mit welcher auch die erste Saisonhälfte für mich zu Ende ging. Hier kam ich von Anfang an gut ins Rennen. Im Mittelteil schwächelte ich ein wenig, was mich leider noch 3 Ränge kostete, die ich trotz gutem Finish nicht mehr holen konnte. Trotzdem war ich mit dem erzielten 15 Rang nicht unzufrieden.
Die Heim-Weltmeisterschaft rückte immer näher und auch die Form kam besser und besser. So bereitete ich mich in zwei weiteren Trainingswochen bestens auf die bevorstehenden Highlights im Herbst vor.
Meine gute Form konnte ich ein erstes Mal an der Eiger Bike Challenge abrufen und war auf Kurs in Richtung WM.
Und da war Sie nun, die Heimweltmeisterschaft im Wallis an einem meiner Lieblingsrennen, dem Marathonklassiker Grand Raid von Verbier nach Grimentz. Am Mittwoch vor dem Rennen reiste ich bereits nach Verbier und konnte mich die letzten Tage vor dem Rennen nochmals bestens vorbereiten, fokussieren und dann warten, bis es endlich los ging. Formmässig hätte es nicht besser passen können ich fühlte mich bestens und war topmotiviert.
Das Rennen kenne ich inzwischen bestens, und weiss ganz genau, wie ich wann und wo fahren muss, um gut durchzukommen. So startete ich dosiert auf die wartenden 125km und 5000hm. Zu dritt liessen wir uns von dem nervösen Fahrstil rund um uns herum nicht gross beirren und fuhren unsere eigene Pace. Nach gut zweieinhalb Stunden stand mit dem Mandelon das erste grosse Hindernis bevor. Hier drehten wir ein erstes Mal auf und konnten schon einiges an Zeit gut machen und Fahrer einholen. Auch der verblockte und technisch anspruchsvolle Höhenweg fuhr sich für mich so schnell und fast schon flowig wie noch nie. Vielleicht aber doch ein wenig zu schnell, auf den letzten paar Metern des Singletrails, rutschte ich weg und hatte keine Chance mehr zu reagieren, sodass ich den Abhang hinunter in die Steine flog.
Der Flow war weg und aufkommende Schmerzen in der Hüfte und Rücken, machten den weiteren Rennverlauf noch härter als er sowieso schon war.
Anstatt am letzten grossen Hindernis des Tages, dem berühmt berüchtigten Pas de Lona aufzudrehen ging einfach nichts mehr. So war ich froh, als ich dann endlich nach 7h das Ziel in Grimentz erreichte. Die Enttäuschung war gross, denn ich war in meiner bisher besten Form.
Durch die Sturzfolgen war es für mich leider dann auch nicht möglich am Heimrennen und vom RMV organisierten Radklassiker Chur Arosa teilzunehmen. Viel mehr musste ich schauen, schnellstmöglich wieder bereit für die finalen Rennen La Forestiere, Iron Bike und Extreme sur Loue zu sein.
Eine Mandelentzündung und Antibiotika verzögerte dieses Vorhaben aber auch und so war das Thema la Forestiere für mich auch vom Tisch. Ebenfalls das Iron Bike in Einsiedeln konnte ich nur mit einem Wechsel auf die Mitteldistanz finishen.
Im französischen Ornans konnte ich dann in einer Schlammschlacht vom Feinsten meine Saison mit einem 24 Rang an einem HC-Rennen zufrieden beenden.
Zwar fuhr ich in diesem Jahr nicht so viele Rennen und auch wenn die WM nicht wunschgemäss endete, bin ich mit ein wenig Abstand betrachtet sehr zufrieden, was ich in dieser Saison leisten konnte, und schaue zuversichtlich und motiviert aufs 2026.



